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Der Therapeutische Einsatz von Cannabis

Medizinisches Cannabis: Das Wichtigste im Überblick

Medizinisches Cannabis kann bei bestimmten Erkrankungen als therapeutische Option eingesetzt werden. Grundlage dafür ist das Gesetz zur Verwendung von Medizinalcannabis, das bereits 2017 in Kraft trat und seitdem neue Wege in der Behandlung schwerer Krankheiten eröffnet hat. Seither steigt sowohl die medizinische als auch gesellschaftliche Anerkennung von Cannabis als ernstzunehmender Bestandteil moderner Therapiekonzepte.

Was versteht man unter medizinischem Cannabis?

Unter medizinischem Cannabis fasst man eine Reihe von Produkten zusammen, die aus Cannabis sativa, Cannabis indica oder aus Hybriden beider Arten gewonnen werden. Jede Sorte besitzt ein spezifisches Profil an Inhaltsstoffen – vor allem an Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden –, wodurch sich auch ihre potenzielle Wirkung unterscheidet.

Besonders bedeutsam sind die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), denen der größte Anteil an der Wirkung zugeschrieben wird. Ergänzt werden sie durch zahlreiche weitere Verbindungen wie aromatische Terpene oder farbgebende Flavonoide, die den Gesamteffekt beeinflussen und auch zum Entourage-Effekt beitragen können.

Wodurch unterscheidet sich medizinisches Cannabis von Freizeit-Cannabis?

Der wichtigste Unterschied liegt in Qualität, Reinheit und Transparenz. Damit Cannabis medizinisch sicher eingesetzt werden kann, muss:

  • die genaue Zusammensetzung bekannt sein
  • die Wirkstoffdosis zuverlässig reproduzierbar sein
  • das Produkt frei von Schadstoffen, Schwermetallen, Pestiziden und mikrobiologischen Verunreinigungen sein

Deshalb wird medizinisches Cannabis nach den strengen Anforderungen der Good Manufacturing Practice (GMP) angebaut, weiterverarbeitet und regelmäßig analytisch geprüft. Zusätzlich können die Produkte bestrahlt werden, um Keime sicher abzutöten.
Kurz gesagt: Medizinisches Cannabis ist ein kontrolliertes Arzneimittel mit nachweisbarer Qualität, Reinheit und definierter Wirksamkeit.

Vorteile von medizinischem Cannabis gegenüber nicht-medizinischen Produkten:

  • GMP-zertifizierte Herstellung
  • Vollständige Analyse aller relevanten Inhaltsstoffe
  • Geprüft auf Verunreinigungen und Schadstoffe
  • Zuverlässige Dosierbarkeit
  • Möglichkeit der Keimreduktion durch Bestrahlung

Wann wird medizinisches Cannabis verschrieben?

Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen – mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten – dürfen bei schweren, die Lebensqualität einschränkenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen medizinisches Cannabis verordnen.
Zu den häufigsten Anwendungsgebieten zählen:

  • Chronische Schmerzen
  • Spastik bei Multipler Sklerose
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei AIDS oder Krebs
  • Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie

Eine Verordnung wird meist dann erwogen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Der behandelnde Arzt prüft dabei individuell, ob eine Besserung unter Cannabismedikation realistisch erscheint.

In welcher Form gibt es medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis ist erhältlich als:

Blüten

Extrakte

Fertigarzneimittel

Wie wird medizinisches Cannabis angewendet?

Rauchen – nicht empfehlenswert

Das Rauchen von medizinischem Cannabis wird grundsätzlich nicht empfohlen – weder pur noch in Kombination mit Tabak. Der Grund: Beim Verbrennen entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, und die Dosierung ist schwer kontrollierbar.

Kochen & Backen – ebenfalls ungeeignet

Auch selbst hergestellte Speisen oder Backwaren bieten wenig Kontrolle über Wirkstoffmenge und Dosierung.

Empfohlene Anwendungsformen

  • Verdampfen (Vaporizer): Blüten werden schonend erhitzt und nicht verbrannt, wodurch weniger Schadstoffe entstehen und die Dosierung besser steuerbar ist.
  • Orale Einnahme (Extrakte, Öle): Besonders präzise dosierbar und daher häufig bevorzugt.

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Wie bekommt man medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig, aber legal erhältlich.

Der Ablauf:

  1. Ärztliches Gespräch → Feststellung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind
  2. Ausstellung des Rezepts
  3. Einlösung in einer Apotheke
  4. Optional: Unterstützung beim Kontakt zu erfahrenen Ärztinnen, Ärzten und Apotheken
  5. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse muss vor Behandlungsbeginn ein Antrag gestellt werden – bei Bedarf kann Unterstützung erfolgen

Hat medizinisches Cannabis Nebenwirkungen?

Wie jedes wirksame Arzneimittel kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen hervorrufen. Häufig hängen sie von Dosis, Häufigkeit der Einnahme und der individuellen Empfindlichkeit ab.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Mundtrockenheit
  • Stimmungsschwankungen

Cannabis kann zudem ein Abhängigkeitspotenzial besitzen – im medizinischen Kontext spielt dies jedoch meist eine geringere Rolle, da Therapien ärztlich begleitet werden und kontrollierte Dosierungen genutzt werden.

Der behandelnde Arzt klärt vor Beginn der Behandlung ausführlich über Risiken, Nebenwirkungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf.

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